Was sind Barends?
Barends, auf Deutsch oft als Lenkerhörnchen bezeichnet, sind Zusatzstücke, die am Ende eines geraden Lenkers montiert werden. Sie ragen meist nach vorne oder leicht nach oben und außen. Ursprünglich wurden Barends entwickelt, um die Griffposition beim Radfahren zu erweitern.
Besonders beim Mountainbiken (MTB) wurden sie zur Entlastung der Hände und Handgelenke genutzt und boten eine ergonomischere Position für lange Fahrten oder Anstiege.
Standardmäßig werden Barends mithilfe einer sogenannten Innenklemmung am Lenker befestigt. Dank moderner Materialien wie Aluminium oder Carbon sind sie inzwischen leicht und gleichzeitig stabil. Besonders in den späten 90er- und frühen 2000er-Jahren galten sie als “Must-have” für ambitionierte Mountainbiker und Tourenfahrer.
Vorteile von Barends
- Ergonomische Vielfalt: Ein großer Vorteil von Barends ist die zusätzliche Griffposition. Besonders bei langen Fahrten auf geraden oder steilen Anstiegen kannst du durch das Wechseln der Handposition Druckstellen an den Handflächen vermeiden und die Belastung der Handgelenke reduzieren. Auch für den Rücken und die Schultern kann die veränderte Griffposition entspannter sein.
- Effizienz beim Anstieg: Beim Fahren auf steilen Trails oder Anstiegen verschafft dir die Nutzung der Barends oftmals eine bessere Kraftübertragung. Indem du in eine vorgelagerte, aerodynamischere Position wechselst, kannst du mehr Druck auf die Pedale ausüben und so effizienter bergauf fahren.
- Stil und Gewicht: Moderne Barends, insbesondere aus Carbon, sind extrem leicht und fügen deinem Bike kaum zusätzliches Gewicht hinzu. Dazu geben sie deinem MTB oder Tourenrad einen Retro-Touch, der bei manchen Enthusiasten für nostalgische Gefühle sorgt.
Warum keine Barends mehr?
Obwohl Barends lange Zeit populär waren, sieht man sie heute kaum noch. Woran liegt das?
- Breitere Lenker: Der größte Trend im MTB-Segment in den letzten Jahren sind breitere Lenker. Mit Lenkern, die eine größere Kontrolle und bessere Stabilität bieten, verlieren die Barends ihren ursprünglichen Zweck. Breite Lenker ermöglichen von Natur aus eine funktionale Handposition sowie eine bessere Balance auf dem Trail.
- Kompatibilität mit modernen Bikes: Viele moderne Fahrräder, insbesondere Rennräder und MTBs, sind nicht mehr für die Nutzung von Barends optimiert. Die Designs haben sich in den letzten Jahren verändert, und Lenker mit starkem Backsweep oder nach unten geneigte Drops (wie am Rennrad) machen die Verwendung von Barends unpraktisch oder unnötig.
- Ästhetik: Die Zeiten, in denen Barends das Erscheinungsbild eines Fahrrads dominierten, sind vorbei. Minimalistische Designs und saubere Lenker ohne Anbauteile sind längst zum Standard geworden, besonders bei modernen Rennrädern und E-MTBs.
Wann sind Barends noch sinnvoll?
Trotz des abnehmenden Trends gibt es weiterhin Szenarien, in denen Barends ihre Berechtigung haben können.
- Tourenfahrer: Wenn du gerne lange Touren auf moderaten Geländen oder ebenen Strecken unternimmst, bieten Barends eine wertvolle Abwechslung für deine Griffposition.
- Retro-Enthusiasten: Für Liebhaber von MTBs oder Rennrädern aus den 90ern gehören Barends einfach dazu. Sie unterstreichen das Retro-Gefühl alter Bikes.
- Persönliche Vorlieben: Am Ende des Tages gilt immer noch dein persönliches Empfinden. Wenn du Barends gerne nutzt und sie für dein Fahrverhalten hilfreich findest, spricht nichts dagegen, sie weiterhin einzusetzen.
Barends, Rennrad und Carbon – eine moderne Perspektive
Während Barends im klassischen Rennradbereich nahezu keine Rolle spielen, gibt es eine kleine Nische für Fahrer, die sie sich selbst anpassen. Moderne Barends aus Carbon setzen hier Maßstäbe in Sachen Leichtigkeit und Vibrationsdämpfung. Allerdings ist es ratsam, bei Rennrädern stattdessen eher auf ergonomische Lenkergriffe oder Aero-Bars zurückzugreifen, die speziell für Rennfahrer besser geeignet sind.