Der Boost-Standard bezeichnet eine moderne Achsbreite, die bei Mountainbikes eingeführt wurde, um die Stabilität und Steifigkeit des gesamten Fahrrades zu verbessern. Dieser Standard wurde 2015 von SRAM entwickelt und findet mittlerweile breite Anwendung, vor allem bei Mountainbikes, die für anspruchsvolle Geländefahrten und hohe Belastungen ausgelegt sind.
Der Boost-Standard erhöht die Einbaubreite der Naben im Vergleich zum vorherigen Standard (142 mm hinten und 100 mm vorne). Beim Boost-Standard beträgt die Breite der Hinterradnabe 148 mm und der Vorderradnabe 110 mm. Dadurch verschiebt sich auch die Position der Flansche an der Nabe nach außen. Dies ermöglicht einen flacheren Speichenwinkel und sorgt für eine steifere und robustere Laufradkonstruktion.
Zusätzlich wird auch die Kettenlinie nach außen versetzt (um 3 mm), was die Kompatibilität mit breiteren Reifen und Rahmen verbessert. Dies ist besonders entscheidend für moderne Mountainbikes mit Plus-Bereifung oder größeren 29-Zoll-Laufrädern, da es mehr Platz für die Reifen bietet, ohne die Stabilität des Rahmens zu beeinträchtigen.
Der Boost-Standard wird heutzutage bei den meisten mittleren bis hochpreisigen Mountainbikes eingesetzt, da er sowohl für Cross-Country- als auch für Enduro- und Trail-Bikes Vorteile bietet. Die größere Steifigkeit der Laufräder ist besonders in technischem Gelände und bei hohen Belastungen spürbar. Zudem erlaubt der Standard eine größere Flexibilität in der Wahl von Reifen und Federungskomponenten.
Ein Nachteil ist die eingeschränkte Kompatibilität mit älteren Rahmen und Nabenstandards, was bei Upgrades berücksichtigt werden muss. Dennoch hat sich der Boost-Standard durch seine klaren Vorteile weitgehend durchgesetzt und etabliert.
Dieses System verdeutlicht die Weiterentwicklung der Fahrradtechnik hin zu stabileren, zuverlässigeren und vielseitigeren Fahrrädern, die optimal auf moderne Anforderungen abgestimmt sind.